Die chor.com ist längst weit mehr als ein Branchentreffen für Chormusik. Seit ihrer Gründung 2011 hat sie sich zu einer zentralen Plattform für Chorleiterinnen und Chorleiter, für Singende, Lehrende, Komponierende und Managerinnen und Manager und natürlich alle entwickelt, die sich für die Vokalmusik interessieren. Bei der chor.com wird nicht nur über Chormusik geredet, sondern auch ganz viel ausprobiert und weitergedacht.
Erstmals fand 2026 die chor.com in Leipzig statt. Vom 01. bis 04. Oktober 2026 wurde unsere Heimatstadt zum Treffpunkt der nationalen und internationalen Vokalszene. Rund 1.500 Teilnehmende und Beteiligte, mehr als 150 Workshops, 20 Konzert und eine internationale Ausstellermesse – das stand Leipzig gut zu Gesicht, denn wohl kaum eine andere deutsche Stadt ist so eng mit der Geschichte und der Gegenwart der Chormusik verbunden.
Und wir mittendrin mit einem ganz besonderen Projekt: ein Crossover-Konzert mit Quintense, in dem Acappella-Pop auf Klassik trifft.
Schon 2022 hatten wir dafür erste Ideen entwickelt, als wir zwei gemeinsame Konzerte im Rahmen des MDR Musiksommers geben durften. Für die chor.com haben wir das Konzept weiterentwickelt und ausgebaut.
Doch was verbirgt sich dahinter?
Die Grundidee war es, Altes mit Neuem zu verbinden, Gemeinsamkeiten zu finden, Brücken zu schlagen und dadurch Zielgruppen der jeweils anderen Acappella-Formation einen Zugang zu Musik zu ermöglichen, die sie so vielleicht nicht von sich aus gehört hätte.
Darum war es besonders wichtig, dass die Titel nicht nur nebeneinanderstanden, sondern unmittelbar verwoben werden. Da mischte sich dann ein NACHTLIED des ehemaligen Tenor von Quintense Carsten Göpfert mit dem NACHTLIED von Max Reger. Da bekam das relativ bekannte A QUIET PLACE plötzlich eine Ergänzung durch den gregorianischen Choral DA PACEM DOMINE. Und Michael Petricchas ISCARIOT traf auf die archaischen Klänge von Thomas Tallis O LORD IN THEE IS ALL MY TRUST.
Und wenn man vor gut 350 Menschen aus der Chorszene ein Konzert gibt, darf natürlich eins nicht fehlen: gemeinsames Singen. Was für ein Spaß, wenn wir als Ensembles frei über einen komplett singenden Saal improvisieren können. Aber auch das bekannte IMMORTAL BACH von Knut Nystedt mit so vielen Menschen zu erleben, war ein absoluter Gänsehaut-Moment.
Und was bleibt? Der feste Entschluss dieses Konzept weiterzuentwickeln und hoffentlich auf ganz vielen Bühnen zu präsentieren. Die neu entstehenden Klänge, das Eintauchen in die jeweils andere Stilistik und die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen – einfach große Freude!
Und was wir auch schon ankündigen können: die nächste chor.com 2028 findet wieder IN LEIPZIG statt!

