In 20 Jahren Ensemblegeschichte sind wir sehr weit gereist, haben viele Städte und Länder gesehen, zahlreiche Freundschaften in aller Welt geschlossen. Doch ebenso gern wie wir auf Tour in der Ferne waren, haben wir die Konzerte in unseren Geburts- und Heimatstädten geschätzt. Deswegen war es uns wichtig, dass wir in 2026 auch an möglichst vielen Orten Station machen, die mit den einzelnen Ensemblemitgliedern in Verbindung stehen – eine kleine Homecoming-Tour sozusagen.
Im Oktober führte uns der Weg deswegen in die Bachstadt Köthen, wo Paul und Lucas geboren wurden und zur Grundschule gegangen sind. In der wirklich sehr schönen katholischen Kirche St. Maria haben wir mittlerweile sechsmal Konzerte geben dürfen. Wunderbar schlicht, mit einer grandiosen Akustik hat das Gotteshaus noch einen ganz anderen Bezug zu Leipzig, denn dort sind vor vielen Jahren wirklich beeindruckende Fenster des Leipziger Künstlers Michael Triegel eingebaut worden.
Wenn wir in Köthen sind, ist es zur Tradition geworden, im Anschluss bei den Großeltern von Paul und Lucas herzhafte Aufschnittplatten und einen Hackigel zu vernichten. Und mit Traditionen soll man ja nicht brechen …
Am 17. Oktober 2026 waren wir dann (erstmalig) in Westerhausen zu Gast. Die St.-Stephanie-Kirche ist eine der Kirchen, bei denen unserer Kunsthistoriker LuLo ganz aus dem Häuschen ist: über die Jahrhundert ist immer umgebaut, angebaut, verändert, angepasst worden, sodass eine stilistische Vielfalt entstanden ist, die den Kenner staunen lässt und die Nichtkenner erschreckt.
Doch welche persönliche Beziehung haben wir zu Westerhausen? Sascha ist einer der wenigen „echten“ Leipziger in unserem Ensemble. Und in Leipzig sind wir natürlich immer wieder, nicht zuletzt hatten wir ja jüngst unser Gemeinschaftskonzert mit Quintense im Rahmen der chor.com in „unserer“ Stadt. Doch seine Familie mütterlicherseits stammt aus Westerhausen. Noch immer wohnen beispielsweise die Geschwister seiner Mama dort.
Und nun wird es noch etwas komplizierter, denn: Am Konzertwochenende feierte Saschas Schwiegervater seinen Geburtstag. Den wollte er gern mit der ganzen Familie begehen. Die wiederum wohnt weit über die Bundesrepublik verteilt. Etwa der Mittelpunkt ist Westerhausen. Und so war unser Konzert schlussendlich also nicht nur ein Homecoming-Konzert, sondern zugleich auch ein Geburtstagskonzert.



